viernes, 21 de septiembre de 2012

LAS PROTESTAS ISLÁMICAS LLEGAN A ALEMANIA


21.09.2012

ANTI-ISLAM-FILM
Proteste erreichen Deutschland

In Freiburg, Münster und Hannover versammeln sich Demonstranten, um gegen das Mohammed-Video zu protestieren. Am Wochenende sind in weiteren Städten Demos geplant. In Pakistan sterben mindestens 16 Menschen nach Krawallen.
Die Proteste gegen das islamfeindliche Mohammed-Video „Unschuld der Muslime“ haben jetzt auch Deutschland erreicht.
Rund 600 Menschen haben am Freitagabend in Münster friedlich gegen das umstrittene Anti-Islam-Video demonstriert. Die Teilnehmer der Protestaktion zogen zwei Stunden lang unter dem Motto „Gegen den religionsbeleidigenden Film im Internet“ durch die Innenstadt. Auf Transparenten forderten die muslimischen Demonstranten Respekt für alle Religionen. Mit lauten Rufen stellten sie klar: „Diesen Film wollen wir nicht!“ Nach einer Abschlusskundgebung löste sich die Demo auf.
Eine Polizeisprecherin zeigte sich mit dem Verlauf der Kundgebung „sehr zufrieden“. Es habe „keine Provokationen von außen“ gegeben. Zuvor hatte am Nachmittag in Freiburg die bundesweit erste Protestaktion gegen das Mohammed-Video stattgefunden. Kleinere Aktionen gab es auch in Cuxhaven und Hannover. An diesem Samstag sind Proteste in Dortmund und Karlsruhe angekündigt. In Dortmund haben Muslime eine Demonstration unter dem Motto „Gegen die Beleidigung des Propheten“ mit bis zu 1000 Teilnehmern angemeldet. In der islamischen Welt hat das Video massive Proteste und eine Welle der Gewalt ausgelöst.

Demo in Freiburg

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Bundesregierung mahnt zur Besonnenheit
Unmittelbar vor Beginn der Demonstrationen in mehreren deutschen Städten rief die Bundesregierung zu Besonnenheit auf. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, in Deutschland lebten Menschen unterschiedlicher Religionen friedlich zusammen. Dass das so bleibe, dafür trügen alle Verantwortung. Gewalt sei kein Mittel der Auseinandersetzung.
Fast drei Viertel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge gegen eine Aufführung des umstrittenen Islam-Schmähvideos. Nach einer am Freitag veröffentlichten N24-Emnid-Erhebung sprechen sich nur 21 Prozent dafür aus, 72 Prozent dagegen.
Peshawar: Vier Kinos angezündet
In der südlichen Hafenstadt Karachi starben am Freitag nach Polizeiangaben zwölf Menschen, darunter drei Polizisten. 80 Menschen wurden verletzt. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte. Bei Unruhen im nördlichen Peshawar gab es nach Angaben des Rettungsdienstes vier Tote, unter ihnen ein Mitarbeiter eines Fernsehsender. In Peshawar zündete eine aufgebrachte Menge vier Kinos an. Bei den Krawallen wurde der Fahrer eines Privatfernsehsenders erschossen. Später sei eine weitere Leiche ins Krankenhaus gebracht worden. Mindestens 20 weitere Menschen seien durch Schüsse, Steinwürfe oder Tränengas verletzt worden.
In der Hauptstadt Islamabad gelang es der Polizei gegen Abend, die aufgebrachte Menge unter Kontrolle zu bringen. Wie der Rettungsdienst berichtete, zogen aber Randalierer durch die Stadt. Zuvor hatten nach Medienberichten Hunderte aufgebrachte Muslime Absperrungen rund um das Regierungsviertel durchbrochen. In dem Bereich liegen in einem zusätzlich gesicherten Areal auch westliche Botschaften. Zahlreiche Polizisten und Demonstranten seien verletzt worden. Innenminister Rehman Mailk erklärte, die Armee stünde zum Eingreifen bereit.
Auch in der ostpakistanischen Stadt Lahore lieferten sich Hunderte Demonstranten Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Politische und religiöse Gruppen hatten in ganz Pakistan zu Protesten gegen den islamfeindlichen Mohammed-Film nach den Freitagsgebeten aufgerufen.
Um die Gewalt einzudämmen und mögliche Anschläge durch das Terrornetzwerk Al-Kaida oder die Taliban zu verhindern, wurden in mehreren pakistanischen Großstädten die Handynetze abgeschaltet.
In Karachi wurden nach Polizeiangaben ein Polizist erschossen und zwei weitere verletzt. Demonstranten hätten versucht, zum US-Konsulat zu gelangen. Die Polizei habe sie mit Tränengas und Warnschüssen aufgehalten. Dabei seien drei Beamte durch Schüsse verletzt worden, einer von ihnen sei später gestorben.
Laut Polizei beteiligten sich mehr als 20.000 Menschen an den Protesten in Karachi. In Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad bewarfen etwa 150 Demonstranten Autos und Polizisten mit Steinen und steckten einen Verkaufsstand in Brand, wie die Polizei mitteilte. In der Hauptstadt blieben die Proteste weitgehend friedlich. Die pakistanische Regierung hatte den Freitag zum Feiertag zu Ehren des Propheten Mohammed erklärt und zu friedlichen Protesten aufgerufen

Tote bei Protesten gegen Schmähvideo

Bildergalerie ( 16 Bilder )
USA kauft Werbeplätze, um sich vom Film zu distanzieren
Die pakistanische Regierung bestellte US-Vertreter Richard Hoagland ein, um von der US-Regierung die „unverzügliche“ Entfernung des Mohammed-Videos von der Internetseite YouTube zu fordern. Die
USA kauften für 70.000 Dollar Werbeplätze in sieben pakistanischen TV-Sendern, um sich von dem Film zu distanzieren. Seitdem der Film im September bekannt wurde, wurden bei Protesten und Angriffen in islamischen Ländern bislang mehr als 30 Menschen getötet.
In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka gingen am Freitag rund 10.000 Demonstranten auf die Straße. Eine Menschenmenge verbrannte ein Bild von US-Präsident Barack Obama.
Kleinere Demonstrationen gegen die USA und Frankreich gab es in Kabul. In Tunis sollte ein Großaufgebot der Polizei Demonstrationen verhindern. Im ostlibyschen Bengasi gab es zwei Protestzüge: fundamentalistische Salafisten protestierten gegen das Video und die Karikaturen, Demonstranten eines zweiten Marschs gingen gegen Gewalt auf die Straßen.
In Ägypten konnten die Salafisten keine Massen für Proteste mobilisieren. Nur ein kleiner Trupp von etwa 70 Islamisten sei zur französischen Botschaft marschiert (AFP, epd, dpa)
Frankreich verbietet Demonstrationen (0:48)

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